Johanna Lassnack

Atemübungen

Trainerin Johanna Lassnack verrät ihre besten Atemübungen für ReiterInnen. Führ sie im Sattel, zu Hause oder vor dem Schlafengehen durch.

Amanda

Thu 21 Sep - 23

Beim Reiten ist es wichtig, dass man ruhig und entspannt bleibt. Oft haben wir jedoch hohe Erwartungen an uns selbst, was uns unnötigen Druck und Stress verursacht. Dies führt dann leicht dazu, dass wir uns mental und körperlich anspannen und damit unser Pferd negativ beeinflussen. Unsere Muskeln verspannen sich und es fällt uns schwer, klar zu denken. Unter einer stressigen Situation leidet zuallererst immer unsere Atmung. Deswegen ist es smart zu lernen, wie man sie kontrollieren kann.  

Wenn wir lernen, unsere Atmung zu kontrollieren, können wir klarer denken. Das macht es uns leichter, uns zu konzentrieren und bessere Leistungen zu erzielen. Die richtige Atmung hilft unseren Muskeln, sich zu entspannen, was sowohl für uns als auch für unsere Pferde die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Ritt schafft. 

Wenn wir gestresst sind, atmen wir häufig in die Brust statt in den Bauch, was dazu führen kann, dass zu wenig Luft in unsere Lunge und somit zu wenig Sauerstoff in unser Gehirn und unsere Muskeln gelangen. Das kann wiederum dazu führen, dass unsere Denkfähigkeit eingeschränkt wird.  

Atmest du richtig in stressigen Situationen? Finde es ganz leicht mit diesen vier einfachen Schritten heraus! 

Atme durch die Nase ein und durch den Mund aus. 

Lege eine Hand auf deinen Bauch und spüre, wie er sich beim Einatmen ausdehnt.  

Wenn wir gestresst sind, neigen wir dazu, kürzer und flacher einzuatmen. Dabei füllt sich nur der obere Teil der Lunge beim Einatmen mit Luft. Versuch stattdessen dir zu denken: Beim Einatmen (wenn sich die Lunge mit Luft füllt) soll sich der Bauch ausdehnen, und beim Ausatmen (wenn sich die Lunge leert) wieder zusammenziehen. Atme weiter mit der Hand auf dem Bauch ein und aus, bis es sich natürlich anfühlt, dass der Bauch deiner Atmung folgt. 

Zähle, wie lange du ein- und ausatmest.  

Atme vier Sekunden ein und sechs Sekunden aus. Wenn wir durch Atemübungen Stress abbauen möchten, dann kommt es vor allem auf die Ausatmung an. Durch die Ausatmung senkst du deinen Cortisolspiegel, also das Stresshormon des Körpers. Deswegen ist es wichtig, dass die Ausatmung länger als die Einatmung ist. Probiere also mal, nachdem du vier Sekunden lang eingeatmet hast, den Atem einen Augenblick anzuhalten. Atme dann sechs Sekunden aus und halte auch hier einen Augenblick inne, bevor du wieder einatmest. 

Scanne deinen Körper von unten nach oben.  

Stell dir vor, dass du deinen Körper mental von unten nach oben scannst. Beginn bei deinen Zehen, arbeite dich langsam zu deinen Knien hoch und frage dich: „Kann ich mich in diesen Bereichen noch mehr entspannen?“ Geh weiter hoch zu deinen Oberschenkel- und Gesäßmuskeln. Spür, wie du tief und schwer im Sattel sitzt und wie der Druck an deinen Knien nachlässt. Scanne dann weiter hoch zu deinen Händen, Ellbogen und Schultern. Kannst du auch hier noch mehr Anspannung loslassen? Lass deine Schultern locker nach unten fallen. Scanne schließlich dein Gesicht, lass deine Augenbrauen, deine Stirn und deinen Kiefer locker.  

Damit du von dieser Atemübung wirklich profitierst, solltest du sie am besten regelmäßig durchführen. Du könntest sie zum Beispiel abends vor dem Schlafengehen machen. So entspannst du vor dem Schlafengehen nochmal richtig und das Einschlafen fällt dir einfacher. Ansonsten kannst du die Übung auch super beim Abreiten oder Trockenreiten durchführen. 

 

Wenn du diese Übung regelmäßig machst, dann wird sie zu einem zuverlässigen Werkzeug, auf das du zurückgreifen kannst, wenn du nervös oder aufgeregt bist. Du wirst lernen, deine Gedanken und deinen Körper besser zu kontrollieren, was dir bei der Arbeit mit deinem Pferd zugutekommen wird. So könnt ihr zusammen auch stressige Situationen z. B. am Turnier erfolgreich meistern. 

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