Lerne Maya Delorez neuen Brand Ambassador kennen

Carl Hedin

Profireiter und Entrepreneur Carl Hedin hat immer eine Menge Projekte gleichzeitig am Laufen.  Viele von uns kennen ihn von seinem beliebten und schnell wachsenden Instagram-Account. Doch nicht nur auf Social Media ist Carl erfolgreich. Er ist auch professioneller Dressurreiter auf Grand Prix-Niveau, gefragter Bereiter und Trainer und Gründer des Unternehmens Eques Management. Letzte Woche konnten wir endlich die Neuigkeiten verkünden, dass Carl nun auch als Markenbotschafter für Maya Delorez tätig sein wird. 

In diesem Interview erzählt uns Carl über seinen Weg im Reitsport, wie ein ganz normaler Arbeitstag bei ihm aussieht und gibt seine besten Tipps für all diejenigen, die auch davon träumen, mit Pferden zu arbeiten.

WIE HAT ALLES ANGEFANGEN?

Lass uns am besten ganz am Anfang beginnen. Wie kamst du zum Reiten? 
“Ich hatte schon immer großes Interesse für Tiere und Ethologie, also die Lehre über das Verhalten von Tieren. Dass es dann genau Pferde wurden hat wohl viel damit zu tun, dass meine Schwestern ritt und dass ich oft mit ihr im Stall war. Als ich sieben Jahre alt war ging ich auf eine Sportschule, die so eine Art Konzept verfolgte, mit dem man in verschiedene Sportarten mal reinschnuppern konnte. So bekam ich also die Möglichkeit, das Reiten zum ersten Mal auszuprobieren. Und wenn man in das Tagebuch meiner Mutter schaut, das sie damals geführt hat, dann steht da so etwas wie “Carl hat mit der Sportschule Reiten ausprobiert und will weitermachen”.  Danach habe ich also in einer Reitschule mit dem Reiten angefangen. Und seitdem bin ich nun dabei, kann man wohl sagen.”

Wann hast du gemerkt, dass der Reitsport etwas ist, auf das du dich wirklich konzentrieren möchtest?
“Ich war ziemlich jung, als mir klar wurde, dass ich mit Pferden arbeiten wollte, ich glaube ich war 14 oder 15 Jahre alt. Ich erinnere mich noch, wie ich mit dem Fahrrad oder dem Moped in den Stall gefahren bin und geträumt habe, mit Pferden zu arbeiten. Und zwar nicht nur als Turnierreiter oder Unternehmer. Ich wollte mein ganzes Leben um den Reitsport und um Pferde gestalten. Schon damals träumte ich davon, wie schön es wäre, meine Leidenschaft für Pferde zu meinem Beruf zu machen.” 

ZEIT IM AUSLAND

Nachdem du mit der Schule fertig warst und schon eine Weile geritten bist, bist du ins Ausland gezogen. Kannst du ein bisschen über diese Jahre erzählen? Was konntest du aus dieser Zeit mitnehmen?
“Ich habe insgesamt fünf Jahre lang im Ausland gelebt. Zuerst in Dänemark, dann in Deutschland und zuletzt in England. Es war eine tolle Möglichkeit für mich, meinen Horizont zu erweitern und mal über den Tellerrand zu blicken – und zwar nicht nur, was das Reiten angeht. Die Pferdehaltung und die Art zu Reiten unterscheiden sich stark von Land zu Land. Im Ausland konnte ich also viele verschiedene Perspektiven kennenlernen. Es war aber auch sehr wertvoll, dass ich neue Kulturen kennenlernen konnte, ganz unterschiedliche Menschen getroffen habe und gemerkt habe, dass nicht alles so ist, wie es hier zu Hause in Schweden. Für mich war es so, dass je länger ich im Ausland war, desto mehr ich mein eigenes Heimatland zu schätzen gelernt habe.”

Wie kam es dazu, dass du dich dafür entschieden hast, ins Ausland zu ziehen? War es wegen deiner Ausbildung oder um dich als Reiter weiterzuentwickeln?
“Es war ein bisschen beides, kann man wohl. Zuerst habe ich in Dänemark mit Pferden gearbeitet und war Bereiterlehrling. Aus philosophischer Perspektive könnte man natürlich sagen, dass alles im Leben einen auf seine eigene Art und Weise etwas lehrt. Natürlich habe ich mit Pferden gearbeitet, weil ich ein Einkommen brauchte – aber ich habe es immer auch als eine Art Ausbildung gesehen, und als eine strategische Entscheidung, um am Ende eine Karriere im Reitsport aufbauen zu können. Als ich in England gelebt habe, habe ich auch Wirtschaft mit Schwerpunkt Marketing studiert. Dafür habe ich mich einerseits entschieden, weil ich Marketing wirklich spannend finde. Andererseits aber auch, weil ich dieses Wissen für mein eigenes Unternehmen nutzen wollte. Also ist alles, was ich mache und gemacht habe, eigentlich eine Kombination aus theoretischer Ausbildung und praktischer Weiterentwicklung, um eine Karriere im Reitsport aufbauen zu können.”

UNTERNEHMERTUM UND EQUES MANAGEMENT  

Du bist 2015 zurück nach Schweden gezogen und hast da angefangen, aktiv mit deinem Unternehmen zu arbeiten. Kannst du ein bisschen mehr über Eques Management erzählen und warum du dich dafür entschlossen hast, dein eigenes Unternehmen zu gründen?
“Eques Management habe ich 2013 gegründet. Damals hatte ich bereits geplant, ins Ausland zu gehen und zu studieren. Doch dann meldeten sich einige Leute bei mir, die Hilfe beim Training von Pferden brauchten. Also gründete ich die Firma und hatte sie vielleicht sechs Monate am Laufen, bevor ich nach England zog. Während dieser Zeit war die Firma mehr oder weniger inaktiv, bis ich wieder nach Schweden zurückkam. Ich habe also hauptsächlich die letzten sechs Jahre aktiv mit Eques Management gearbeitet. 

Das Unternehmen habe ich nicht gegründet, weil ich daran interessiert war, super viel Geld zu verdienen und reich zu werden. Ich sehe das Unternehmen eher als Möglichkeit, meinen Lebensstil mit Pferden finanzieren zu können. Und solange ich das klappt, bin ich glücklich. Gleichzeitig kann mir natürlich der Verkauf von einigen guten Pferden Möglichkeiten eröffnen, auch andere Dinge innerhalb der Firma zu tun. Aber ich denke wirklich nicht, dass ich der beste Ansprechpartner bin für Tipps und Tricks zu wie man ein Unternehmen auf die Beine stellt. Es war nie mein Traum, Eques Management zu irgendeinem enormen Volumen oder einer enormen Größe zu treiben. Ich habe Angst, dass ich dann die Leidenschaft für den Sport verlieren würde – obwohl das eigentlich das Wichtigste ist.”

Bei Eques Management arbeitest du unter anderem mit dem Training von Dressurpferden. Worauf achtest du, wenn du ein neues Pferd aussuchst? Was ist dir am Wichtigsten? 
“Ein gutes Nachwuchspferd zu finden ist an sich nicht schwer, das nötige Wissen kann sich eigentlich jeder aneignen. Bei Dressurpferd suche ich normalerweise nach folgenden Voraussetzungen:

  • Gute Grundgangarte
  • Ein einigermaßen korrektes Exterieur
  • Eine Größe, die zu mir passt

Und das ist an sich nicht so schwer. Was dann aber im Endeffekt wirklich darüber entscheidet, ob ich ein Pferd kaufe oder nicht, ist letzten Endes mein Bauchgefühl. Und dieses Bauchgefühl basiert letztendlich auf hundert, tausend, zehntausend Stunden Videos von Pferde, die ich in meiner Zeit als Reiter angesehen habe. Diese Tipps sind vielleicht nicht so hilfreich für dich, wenn du dir bei deinem Bauchgefühl etwas unsicher bist. Aber für mich ist es auf jeden Fall der entscheidende Faktor – in Kombination mit dem Preis, natürlich! “

Bei Eques Management erhaltet ihr sicherlich viele Praktika- und Jobanfragen. Wie ist das eigentlich, könnt ihr Praktika anbieten? 
“Wir erhalten unglaublich viele Anfragen, also wirklich hunderte. Und da wir nur ein paar Praktikumsplätze jedes Jahr anbieten, sind die Chancen leider nicht allzu groß, einen Praktikumsplatz zu erhalten. Natürlich kann man uns gerne eine Anfrage zukommen lassen, doch wir können leider nicht so viele Plätze anbieten.”

DER ALLTAG IN SÄRÖ

Zunächst einmal, welche Rasse ist Iris eigentlich?
“Mein Hund Iris ist ein Mix aus Pumi, Cavalier King Charles Spaniel und Shih Tzu.”

Wie bereits erwähnt hast du immer viele unterschiedliche Projekte am Laufen. Du hast dein eigenes Unternehmen, trainierst Dressurpferde und startest mit ihnen auf Grand Prix Niveau und hast außerdem noch einen erfolgreichen Instagram-Account. Wie sieht ein typischer Tag für dich aus?
“An einem normalen Tag steige ich kurz nach sieben Uhr morgens auf das erste Pferd, dann reite ich so ziemlich den ganzen Vormittag ohne Pause. Die Nachmittage unterscheiden sich dann je nach Saison. Wenn Turniersaison ist, reite ich auch ein bisschen am Nachmittag. Ansonsten liegt der Fokus eher auf das Trainieren anderer und auf Büroarbeit. 

Jeden Abend schicke ich einen Plan an das Team, in dem ich zusammenstelle, wie der nächste Tag aussehen wird, welches Pferd ich wann reiten werde und so weiter.

 So sieht beispielsweise der heutige Plan aus:

07:00 Ville  
08:00 Frühstück 
08:45 Lucas 
09:30 Petter
10:00 Olle 
10:30 Rufus – Langzügelarbeit
11:00 Snookie – Langzügelarbeit
11:30 Pods – Ausritt 
12:00 Defense – Ausritt
12:30 Training Schüler/Schülerinnen 
13:00 Mittagessen
14:15 Training Schüler/Schülerinnen 
15:00 Training Schüler/Schülerinnen 
16:00 Digitales Meeting Kooperationspartner 
17:00 Digitales Meeting neue Kooperationspartner
18:00 Eigenes Training 
20:00 Auf Instagram posten 

To do:

Paket abholen 
Kraftfutter bestellen 
Pferdebesitzer für Besichtigung anrufen 
Zum Turnier anmelden

Mehr über Eques Management

Du beschreibst Eques Management als Unternehmen, das auf Dressurtraining spezialisiert ist. Du selbst reitest ja auch Dressur auf höchstem Niveau. Und trotzdem haben wir bemerkt, dass du dich auf Social Media immer öfter beim Springen zeigst. Wie kommt das? 
“Einerseits macht es mir einfach super Spaß! Andererseits war es auch schon lange ein Traum von mir, nebenbei Springreiten zu können – mehr so als Hobby. Ich bin totaler Amateurreiter im Springen und muss noch viel lernen. Aber mir gefällt es sehr! In gewisser Weise entspringt es also meinem eigenen Interesse, weil es mir Spaß macht und ich es spannend finde zu sehen, was daraus wird. Aber ich merke auch, dass es meine Follower auf Social Media schätzen, wenn meine Inhalte abwechslungsreicher sind und sich nicht nur auf Dressur konzentrieren.”

Gibt es einen Erfolg, auf den du in deinem Leben besonders stolz bist – egal ob aufs Reiten bezogen oder nicht?
“Mein größter Erfolg ist wohl, dass ich meine größte Leidenschaft ausleben darf und dass ich damit meinen Lebensunterhalt verdiene. Das stelle ich Woche für Woche erneut fest. Und ich erinnere mich noch genau an den Moment, als mir zum ersten Mal klar wurde, dass ich tatsächlich vom Reiten leben kann. Da war ich ungefähr 20 oder 21 Jahre alt, wohnte in Dänemark und machte meine Bereiterlehre. Ich war vielleicht ein Jahr dort gewesen, habe Pferde gepflegt und bin manchmal geritten, als mein Chef mir einen richtigen Reitjob angeboten hat, für den ich eine Liste an Pferden hatte, die ich reiten sollte.  

“Und ich erinnere mich, wie ich meine Mutter angerufen hab und ihr erzählt habe, wie sich das Blatt gewendet hat: Früher musste ich immer fürs Reiten bezahlen, für Pferde bezahlen, den Trainer und den Stall bezahlen. Aber in diesem Moment kam es zu einem Wendepunkt: Nun war ich es, der bezahlt wurde.” 

Das waren vielleicht 3000 schwedischen Kronen, also ca. 300 € im Monat – also nicht allzu viel Geld. Doch ich wurde fürs Reiten bezahlt und das gab mir auf jeden Fall einen Motivationskick. Das ist es auch, was Eques Management heute für mich ist: Es ermöglicht mir, meinen Lebensunterhalt mit dem Reiten zu verdienen. Das ist also wahrscheinlich der Erfolg, auf den ich am meisten stolz bin.” 

“Jede Woche muss ich mich in den Arm kneifen weil ich nicht glauben kann, dass ich wirklich so einen fantastischen Job habe. Ich bin so glücklich, dass ich für meinen Lebensunterhalt das tun kann, was für mich das Beste überhaupt ist. Wie kann das wirklich mein Job sein?!”

CARLS TIPPS, UM AUF SOCIAL MEDIA ERFOLGREICH ZU SEIN 

Die letzten Jahre ist dein Instagram unglaublich schnell gewachsen und heute hast du Follower auf der ganzen Welt. Kannst du uns deine besten Tipps geben, um auf Social Media erfolgreich zu sein? 

  • Sei du selbst
  • Variiere deinen Content Wechsel zwischen lustigem, informativem, glaubwürdigem Content, Bloopers und Storytelling usw. ab.
  • Bevor du einen Beitrag postest, stell dir selbst die Frage: “Ist das etwas, was für andere interessant ist?”
  • Schreibe auf Englisch und verwende Hashtags, um deine Reichweite zu erhöhen

… und da wir noch bei Social Media sind: Auf deinem Instagram bewertest du die “Banane des Tages”. Was hast du herausgefunden? Was macht die perfekte Banane für dich aus? 
“Haha, das ist wirklich unglaublich! Die “Banane des Tages” zu bewerten ist an sich meine absolut schlechteste Content-Idee und doch scheint es so, als ob meine Follower das absolut lieben. Wenn ich poste wie ich eine Banane esse, ohne sie zu bewerten, bekomme ich ungefähr 200 Kommentare, in denen die Leute fragen, warum ich sie nicht bewertet habe, haha. Jedenfalls würde ich sagen, dass eine perfekte Banane für mich wahrscheinlich ein bisschen reifer sein sollte, eher braun als grün. Die braunen sind ein bisschen süßer und runder im Geschmack, das mag ich!”

Zum Abschluss noch: Viele junge Reiterinnen und Reiter träumen davon, so wie du Vollzeit mit Pferden arbeiten zu können. Was kannst du ihnen empfehlen?

“Wissen ist das beste und leichteste Werkzeug, das man bei sich tragen kann.” 

Lerne so viel du nur kannst über Pferde und über alles, was mit dem Reiten zu tun hat. Ich hatte keine Ahnung, dass ich das machen würde, was ich jetzt mache. Also mit Social Media arbeiten und so. Nie im Traum hätte ich gedacht mal hier zu sitzen und mit Maya Delorez zu arbeiten, es fühlt sich total surreal an. Aber ich kann auf jeden Fall empfehlen, dir so viel Wissen und Fähigkeiten wie möglich anzueignen. Von kleinen Sachen – wie beispielsweise wie man perfektes Schenkelweichen ausführt- bis hin zu größeren Themen wie Leadership und Unternehmensführung. Wissen ist Macht.”


5 KURZE FRAGEN MIT CARL

Lieblingsjahreszeit zum Reiten?
Herbst

Turniere im Ausland oder Heimspiel?
Turniere im Ausland

Lieblingsemoji?
🦖 – Ich LIEBE das Dino-Emoji! 

Wallach oder Stute?
Warum entweder oder?

Ein Springen im Dressursattel reiten oder eine Dressurkür im Springsattel?
Dressurkür im Springsattel

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